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Gelassen bleiben!

Im Herbst 2022 steht die Schweiz vor einem ungewissen ­Winter. Werden wir zu wenig Gas haben? Wird der Strom ­abgestellt? ­Pärli-Geschäftsleiter Michel Pasche und Marco Bachofner, Leiter Heizung, zeigen auf, was man tun kann – und raten zu Gelassenheit.

Man liest derzeit viel über eine drohende Energiekrise. Merkt ihr bei Pärli etwas davon?

Marco Bachofner: Ja, das merken wir. Die Leute sind verunsichert und wir erhalten viele Aufträge für Optimierungen von Heizungseinstellungen. Und die Anfragen für einen Heizungsersatz gehen durch die Decke.

Michel Pasche: Ich werde nächste Woche an vier Tagen 15 Aufnahmen machen, also vor Ort die Situation besichtigen und erste Abwägungen bezüglich der Möglichkeiten treffen. Enttäuschen muss ich aber diejenigen, die sich vorstellen, dass ein Heizungsersatz noch vor dem Winter möglich ist. Realistisch ist eine Planung für den Winter 23/24.

Und was ist, wenn eine Heizung aussteigt?

Pasche: Dann kann es hektisch werden. Aber wir sind da für unsere Kunden und suchen eine Lösung. Vielleicht wirds halt ein Provisorium.

Eine Heizung besser einstellen, das geht immer?

Bachofner: Da ist meistens etwas möglich, ja. Man kann zum Beispiel den so genannten Vorlauf etwas runterschrauben. Dann sinkt auch die Raumtemperatur und es wird weniger Gas verfeuert. Aber es gibt viele weitere Möglichkeiten, um Energie zu sparen. Fenster sind ein ewiges Thema.

Pasche: Kürzlich hatte ich einen Kunden, bei dem wir drei Wärmepumpen hätten installieren müssen. Ich habe ihm geraten, die Fenster zu ersetzen, dann brauchts nur zwei! Mit guten Fenstern bleibt aber nicht nur die Wärme drinnen, sondern man hat auch weniger Lärm. Und im Sommer bleibt die Hitze draussen!

«Mit guten Fenstern bleibt aber nicht nur die Wärme drinnen, sondern man hat auch weniger Lärm.»

Marco Bachofner

Wenn wir schon beim Energiesparen sind: Angesichts einer drohenden Gas- und Stromknappheit wären ­weitere Spartipps gefragt.

Pasche: Also, ehrlich gesagt, denke ich, dass da ein bisschen Panik geschürt wird. Und wir sind vielleicht auch zu verwöhnt. In anderen Ländern ist es normal, dass es halt mal für eine Stunde keinen Strom gibt. Ich finde, wir sollten etwas gelassener bleiben.

Bachofner: Energiesparen ist natürlich trotzdem eine gute Idee!

Also, ganz konkret: Wie spare ich Gas?

Bachofner: Zuallererst: Raumtemperatur senken. Bei den gängigen Thermostaten bedeutet ein Strich rund drei Grad Temperaturunterschied und pro Grad können bis zu 6 % Energiemenge eingespart werden! Dann kann man den Warmwasserverbrauch senken, etwa beim Duschen, zudem Fenster schliessen und nur Stosslüften. Weiter kann man Räume, die nicht genutzt werden, nur minimal beheizen.

Und wie kann mich Pärli da unterstützen?

Bachofner: Indem wir die Heizkurve optimieren und zudem beispielsweise bei der Feinjustierung der Einzelraumregulierung helfen.

Zum Schluss noch eine ganz andere Frage: Ratet ihr Kunden überhaupt noch zu Gasheizungen?

Pasche: Die Bewegung weg von fossilen Brennstoffen ist natürlich im Grundsatz richtig. Aber es gilt auch festzuhalten, dass bei den Gasheizungen in den letzten 20 Jahren grosse Entwicklungsschritte gemacht wurden. Sie belasten die Umwelt heute bei weitem nicht mehr so stark!

Bachofner: Der Grund dafür sind kondensierende Brennwert-Heizkessel, die dem Abgas zusätzlich Wärme entziehen. Seit einigen Jahren gibt es solche Systeme übrigens auch für Ölfeuerungen.

Pasche: Um aber auf Ihre Frage zu antworten: Ja, in manchen Fällen ist eine Gasheizung ganz einfach das Richtige. Für ein grosses Mehrfamilienhaus mitten in der Stadt gibt es meist keine andere Lösung, es sei denn, es ist ein grosser Wärmeverbund in der Nähe. Für uns sind ökologische Aspekte sehr wichtig, entscheidend ist aber, dass wir immer versuchen, für den Kunden die beste Lösung zu finden.

«Für uns sind ökologische ­Aspekte sehr wichtig, entscheidend ist aber, dass wir ­immer versuchen, für den Kunden die beste ­Lösung zu finden.»

Michel Pasche

Facts

Rund ums Thema Energie gibt es in unserer Region viel ­Wissenswertes. Erfreuliches und auch nicht ganz so Erfreuliches, je nachdem, wo genau man wohnt.

Biel und das Gas

In Biel wird im Vergleich mit anderen Städten viel mit Gas geheizt. Rund 60% aller Heizungen unserer Stadt werden mit Gas betrieben. Dazu kommen rund 15% Ölheizungen, den Rest teilen sich Wärmeverbünde, Holzheizungen und Wärmepumpen. Namentlich in der Gastronomie wird auch viel mit Gas gekocht.

Energiestadt Biel

Wussten Sie, dass Biel zur Spitze der europäischen Energiestädte gehört? 2020 hat Biel nämlich nicht nur zum wiederholten Mal das Schweizer Label «Energiestadt» erhalten, sondern darüber hinaus erstmals den «European Energy Award GOLD». Diese Auszeichnung erhalten Städte und Gemeinden, die in ihrer Energie- und Klimapolitik vorbildlich sind. Im Fall von Biel wurden insbesondere die gesteigerte Energieeffizienz und der konsequente Einsatz von erneuerbaren Energien hervorgehoben, aber auch das Engagement der Stadt für eine umweltverträgliche Mobilität.

Das Klima-Massnahmenpaket der Stadt Biel formuliert nicht nur das generelle Ziel, spätestens bis 2050 klimaneutral zu sein, sondern verankert zentrale Leitplanken und enthält auch eine Klimastrategie mit ganz konkreten Massnahmen. Eine Dokumentation nennt etwa die Solaranlage auf der Tissot-Arena, welche Strom für fast 500 Haushalte liefert, die zertifizierte Wasserkraft-Stromproduktion im Taubenloch und generell die Förderung der Wärmeverbunde, etwa den bereits bestehenden im Champagnequartier. Aber auch die Schüssinsel wird genannt, welche verschiedene Quartiere für Fussgänger und Velofahrerinnen verbindet.

Mit ihren Massnahmen trägt die Stadt Biel ihren Teil zur Umsetzung des Pariser Klimaschutz-Übereinkommens von 2015 bei.

Unterschiedliche Strompreise

Die Strompreise in unserer Region sind sehr unterschiedlich; je nachdem, ob der Anbieter eigenen Strom produziert oder vor allem einkauft. Wenn zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt eingekauft werden muss, schlägt sich dies markant nieder. So kostet die Kilowattstunde 2023 für eine typische 5-Zimmerwohnung in den Seeufergemeinden voraussichtlich 25,5 Rappen, während beispielsweise in Bellmund 38,75 Rappen fällig sein werden.

Online vergleichen

Unter www.strompreis.elcom.admin.ch können Sie den Strompreis Ihrer Gemeinde und für Ihren Typ Haushalt (H1–H8) oder Ihren Betrieb (C1–C7) für die vergangenen Jahre und bis 2023 ausfindig machen.

Checkliste Wärmepumpe

Wer seine Heizung ersetzen und eine Wärmepumpe einbauen lassen möchte, sollte sich bewusst sein, dass das nicht von heute auf morgen geht. Hier die wichtigsten Schritte:

Frühzeitig planen

In weniger als 6 Monaten wird es kaum möglich sein, eine Wärmepumpe zu installieren. Bei manchen Modellen bestehen zudem Wartezeiten, so dass es auch deutlich länger dauern kann.

Sich beraten lassen

Natürlich kann man im Internet eigene Recherchen tätigen. Aber die Beratung von Pärli bezieht sich auf dieses Haus, diesen Untergrund und diese lokale Gesetzgebung. Ist hier eine Erdsonde möglich? Wäre eine Luft-Wasser-Wärmepumpe die ideale Lösung? Oder sollten vielleicht eher die Fenster ersetzt werden?

Offerte ­einholen

Die Offerte eines erfahrenen Installationsbetriebs wie Pärli wird alle Gegebenheiten mit einbeziehen und auch ein realistisches Timing enthalten.

Baugesuch

Wenn eine Wärmepumpe ausserhalb des Hauses installiert wird, brauchts ein Baugesuch. Pärli erstellt es für Sie und kümmert sich auch um andere allenfalls ­nötige Bewilligungen.

Auftrag ­erteilen

Schön, wenn Ihr Auftrag an einen lokalen Anbieter geht.

Subventions­gesuche ­verfassen

Subventionen gibt es von verschiedenen Förderstellen. Je nach Institution müssen sie vor Auftragserteilung beantragt werden, beim Kanton zum Beispiel aber erst danach. Auch das erledigt Pärli für Sie.

Ausführen

Pärli kann auch als Generalunternehmer agieren und allfällige weitere Handwerker koordinieren.