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Die ideale Kombination

Am Höhenweg 5b in Biel steht seit Herbst 2018 ein Neubau mit drei grosszügigen Eigentumswohnungen. Er kombiniert Photovoltaik mit einer Wärmepumpe – eine Idee, die viele Vorzüge aufweist.

«Viele unserer Kunden wollen weg von Öl und Gas und wählen deshalb eine Wärmepumpe», berichtet Michel Pasche. Das sei eine gute Idee, doch werde manchmal vergessen, dass eine Wärmepumpe mit Strom betrieben werden muss. Obwohl unter dem Strich weniger Energie verbraucht wird, steigt der Stromverbrauch daher an. «Aus diesem Grund ist die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage ideal, denn dann braucht man den benötigten Strom nicht vom Netz zu beziehen.» Die Kombination sei auch bei Sanierungen problemlos realisierbar und könne auch in zwei Schritten umgesetzt werden, sagt Pasche.

Ein starker Partner

Im vorliegenden Fall war die Firma EnergyOptimizer (EO+) aus Pieterlen für die Solarinstallationen zuständig. «Diese Wahl stammt vom Bauherrn, aber wir arbeiten oft mit EO+ zusammen», berichtet Pärli-GL-Mitglied Yves Schaad. Installiert wurde eine produktive Photovoltaik-Fläche von 114,5 Quadratmetern. Es sind 70 Module, die zusammen einen Jahresertrag von knapp 20 000 kWh produzieren. Ein interessantes Detail ist die Tatsache, dass diese Module je hälftig eine Ost- bzw. West-Ausrichtung aufweisen. «Das hat seinen Grund darin, dass wir so am Morgen und am Abend mehr Ausbeute haben», erklärt Johan Pihlblad von EO+.

«Das ist ein neues Denken – und es ist sehr ökologisch.»

«Das ist besser als eine reine Süd-Ausrichtung.» Ebenfalls interessant – und in unserer Region noch eher selten genutzt – sei die Einrichtung einer Eigenverbrauchsgemeinschaft. Dabei wird der von der Anlage produzierte Strom erst ins Netz gespiesen, nachdem der benötigte Anteil im Hausverbraucht worden sei, erläutert er. «Dank unserem Ordonet Computer-Modul können wir dabei genau erfassen, was produziert und was von welcher Wohnung bzw. welchem Gerät verbraucht wird. Dementsprechend präzise kann abgerechnet werden.»

Ökologisch umdenken

Auf Heizungsseite wurde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe installiert, und zwar im Split-System, bei dem ein Teil der Anlage draussen und ein Teil im Hausinnern steht. «Besonders wichtig ist dabei, dass Wärmepumpe und Solarinstallation miteinander kommunizieren»,
sagt Schaad. «Die Software erkennt beispielsweise tagsüber, dass die PV-Anlage gerade sehr viel Strom produziert. Aber da niemand zu Hause ist, wird wenig Strom benötigt. Also wird in diesem Moment der Warmwasserboiler aufgeheizt», erläutert er. Das geschieht automatisch. Gleichzeitig verfügen die Wohnungseigentümer aber über eine App, auf der sie ebenfalls sehen, was produziert und verbraucht wird. «So haben sie beispielsweise die Option, einen Geschirrspüler oder einen stromintensiven Tumbler laufen zu lassen.» Damit sei ein Umdenken im Spiel, ergänzt Michel Pasche: «Man versucht nicht mehr, den Stromverbrauch auf Niedertarifzeiten hin zu planen, sondern nutzt die Momente von starker Sonneneinstrahlung. Das ist ein neues Denken – und es ist sehr ökologisch.»

Komfort in jeder Hinsicht

Eine weitere Besonderheit des Neubaus ist die installierte Komfort-Lüftung. «Heutige Neubauten sind extrem dicht», erläutert Yves Schaad. «Das führt dazu, dass kaum Luftaustausch stattfindet: Es besteht die Gefahr, dass die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu hoch wird und sich Kondenswasser bilden kann, was im schlimmsten Fall zu Bauschäden führt. Eine Komfort-Lüftung sorgt für eine konstante Versorgung mit frischer Luft. Lüften ist grundsätzlich nicht mehr nötig, das Raumklima ist jederzeit komfortabel.» Nachdem die Anlage einen ersten Winter hinter sich hat, kann sie als Erfolg gewertet werden. «Es sind immer noch Feinjustierungen nötig», berichtet Johan Pihlblad, «aber das ist vollkommen normal, denn die optimale Arbeit einer solchen Installation ist auch abhängig vom (Strom-) Konsumverhalten der Bewohner.»

www.energyoptimizer.ch

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Marco Bachofner
Marco Bachofner
Projektleiter

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