Hinter den Gebäuden von Swiss Tennis und der Fachhochschule Architektur, Holz und Bau steht im Bözingenfeld seit kurzem
eine neue Sporthalle. Der markante Holzbau ist in kürzester Zeit
entstanden und weitherum gut sichtbar.
«Es handelt sich sowohl von der Kubatur als auch von der Fläche her um eine der grössten, vielleicht sogar die grösste Sporthalle in Europa», sagt Michael Schär. Mit seinem Unternehmen schaerholzbau ag hat er den vom Bieler Architekturbüro studio wow konzipierten Bau umgesetzt. Es sei auch für ihn klar das grösste Projekt gewesen, das er je verantwortet habe.
Ein beeindruckender Bau
Nicht weniger als 2500 Kubikmeter Konstruktionsholz und rund 26 000 Quadratmeter Holzwerkstoffplatten sind verbaut worden. Die verschiedenen Holzelemente sind in Altbüron vorgefertigt worden. Dann habe man zuerst die Stützen und Träger erstellt, danach die Wände und Decken montiert.

Die Schlüsselübergabe für den 26-Millionen-Bau ist bereits erfolgt und die zwei Hallen für Inlinehockey, die Kletterhalle für den Schweizer Alpen-Club SAC und die Dreifachhalle fürs Kunstturnen sind in
Betrieb. Die Hallen stehen auch den Talenten des Sport-Kultur-Studiums und den SchülerInnen des Seeland-Gymnasiums zur Verfügung.
Der Bau war Ende September 2022 in einer Volksabstimmung beschlossen und dann zügig umgesetzt worden. «Der Wettbewerb hatte mehrere Phasen, die wir zusammen mit den Architekten und Fachplanern vor Ort mit unserem kosteneffizienten Holzbau schliesslich gewonnen haben», berichtet Schär. «Vom Spatenstich bis zur Fertigstellung dauerte es dann lediglich ein Jahr.»

Herausforderung angenommen
Diese Zeitschiene sei denn auch die grösste Herausforderung gewesen, sagt Schär, zumal es kurz nach der Vergabe noch einen Nutzerwechsel gegeben habe: Statt rhythmische Sportgymnastik sei nun der Turnerverband des Kantons an Bord gewesen. «Unterschiedliche Ansprechpartner haben aber auch unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen und im Hintergrund andere Verbandsstrukturen, das war schon nicht ohne.» Man habe das alles unter einen Hut bringen und gleichzeitig die verschiedenen Gewerke koordinieren müssen. «Zum Glück hatten wir einen erfahrenen Bauleiter täglich vor Ort!»
Im Übrigen habe er sich sehr gefreut, dass Pärli den Zuschlag für die Haustechnik erhalten habe, denn per Zufall hatte man sich vorgängig kennen gelernt. «Genau gleich wie Pärli haben wir nämlich gerade einen Generationenwechsel hinter uns», berichtet Schär, «und wir hatten denselben Berater. So hat man sich kennen gelernt!»


Heizung im zweiten Obergeschoss
Die angesprochene Pärli AG ist im Frühling 2024 auf der Baustelle aktiv geworden. «Kernelement der Technik ist die Fernwärmeübergabestation im zweiten Obergeschoss», berichtet Yves Schaad. Die Fernwärme komme von der ESB und die Übergabestation diene auch gleich der Warmwasseraufbereitung. «Die Geräte mussten wir durch eine Lücke im Dach an den Ort der Montage bringen.» Anspruchsvoll sei auch gewesen, dass man habe montieren müssen, während noch gebaut worden sei. «Normalerweise kommen wir auf die Baustelle, wenn das Gebäude ‹zu und wasserdicht› ist, wie wir sagen, aber hier waren die Übergänge fliessend», erzählt Schaad. Neben der Fussbodenheizung in den Garderoben und Duschen sowie im Foyer hat Pärli in den Hallen Deckenstrahlplatten installiert. In der Kletterhalle sind es zwei Luftheizapparate. «Dort mussten wir 14 Meter über Grund arbeiten, aber zum Glück haben alle unsere Monteure den Hebebühnenausweis, sodass auch das kein Problem war. Bisschen schwindelfrei muss man aber schon sein», sagt er schmunzelnd.

Andere Dimensionen
Auch für die Sanitärinstallateure von Pärli gab es in Bözingen viel zu tun. «Für uns war das vor allem vom Volumen her ein super Auftrag», sagt Benjamin Schneider. Rein von der Technik her sei nichts sonderlich Spektakuläres verbaut worden. «Aber natürlich sind die Warmwasserspeicher ein kleines bisschen grösser als in einem Einfamilienhaus», scherzt er. «Sie werden durch die Heizung gespiesen und das Wasser weist immer mindestens 60 Grad auf, so haben Legionellen keine Chance. Die geregelten Zirkulationsventile sorgen dafür, dass die Temperatur nie unterschritten wird.» Auch der Wasserenthärter sei ein ziemlich grosses Modell. Im Übrigen habe man 48 Sportduschen verbaut. Für all diese Arbeiten habe man während einem halben Jahr im Schnitt konstant sechs Mann vor Ort gehabt, berichtet Schneider. «Für uns war die Abwicklung aber angenehm; dies vor allem, weil schaerholzbau wirklich einen fähigen Bauleiter gestellt hat!», lobt er. Dass es sich um eine angenehme Zusammenarbeit gehandelt hat, bestätigt auch Michael Schär: «Ich selber war wenig vor Ort, aber über Pärli habe ich nur Gutes gehört!»
«Für uns war das vor allem vom Volumen her ein super Auftrag.»
Benjamin Schneider

schaerholzbau ag
Das Unternehmen blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1892 reicht. Michael Schär leitet es in fünfter Generation. Hauptsitz ist im luzernischen Altbüron, daneben gibt es drei weitere Standorte, unter anderem in Morges. Insgesamt verarbeiten 130 Mitarbeitende jährlich 20 000 Kubikmeter Holz.








